Wärme Hamburg als städtische <br />Fernwärmegesellschaft gestartet

Der Fernwärmerückkauf ist vollzogen. Nach Unterzeichnung des Kaufvertrages hat die Wärme Hamburg heute offiziell ihre Geschäfte aufgenommen.

Die Wärme Hamburg ist am 3. September offiziell als Fernwärmegesellschaft der Stadt Hamburg gestartet. Zuvor hatte die HGV Hamburger Gesellschaft für Vermögens- und Beteiligungsmanagement mbH (HGV) am 2. September den notariellen Kaufvertrag über den Erwerb der restlichen 74,9 Prozent der Anteile an der Vattenfall Wärme Hamburg GmbH unterzeichnet. Damit ist der Fernwärmekauf vollzogen – mit wirtschaftlicher Rückwirkung zum 1. Januar 2019. Mit den Unterschriften unter den Kaufvertrag ist die Umsetzung des Volksentscheids von 2013 abgeschlossen. Alle drei Netzgesellschaften für Strom, Gas und Wärme sind damit in den Konzernverbund der HGV integriert.


Pressekonferenz im Rathaus – Stadt Hamburg, Vattenfall und Arbeitnehmerseite ziehen positive Bilanz

In einer Landespressekonferenz gaben die Senatoren Andreas Dressel und Jens Kerstan von Seiten der Stadt Hamburg die Unterzeichnung und den Vollzug des Kaufvertrags bekannt. Finanzsenator Dressel betonte, dass mit der Unterschrift unter den Kaufvertrag der Volksentscheid von 2013 nun vollständig umgesetzt sei. Er dankte den Verantwortlichen bei Vattenfall – die er als harte und faire Verhandlungspartner im Prozess einer insgesamt anspruchsvollen Übernahme kennengelernt habe. An die Adresse der „sehr engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“ richtete er herzliches Willkommen im Konzern Hamburg. Für die Weiterentwicklung der Fernwärmeversorgung gebe es zwar noch eine Menge Arbeit, das Haus sei aber gut aufgestellt.

Umweltsenator Jens Kerstan fasste die Entwicklung der letzten Jahre so zusammen: Nach vielen Wendungen in der Geschichte der Umsetzung des Volksentscheids gebe es nun ein Happy End. Das Engagement vieler Menschen für den Rückkauf habe diesen wichtigen Erfolg möglich gemacht und ermögliche nun zugleich auch die Chance, mit dem Strom- und Gasnetz zusammen eine kommunale Energiepolitik aus einem Guss zu gestalten.

Die Umstellung auf eine erneuerbare und CO2-ärmere Wärmeerzeugung hätte das Unternehmen gern weiterhin gemeinsam mit der Stadt Hamburg gestaltet, betonte Tuomo Hatakka, Vorsitzender der Geschäftsführung der Vattenfall GmbH. Zwar sei das jetzt nicht mehr möglich – Hamburg bleibe aber Kernmarkt für Vattenfall. Neben der dezentralen Wärmeerzeugung werde das Wind- und das Handelsgeschäft weiter von Hamburg aus gesteuert und die Hamburger Kunden mit Strom und Gas versorgt. Das Unternehmen werde weiter Partner der Metropolregion bleiben.

In einer Informationsveranstaltung wurden am Morgen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Tiefstack, Wedel und der CityNord über den Start der neuen städtischen Gesellschaft informiert.

Landespressekonferenz im Rathaus in Hamburg (von links nach rechts): Isabella Niklas, HGV, Michael Beckereit und Christian Heine, Wärme Hamburg, Tuomo Hatakka, Vattenfall, Jens Kerstan, BUE , Andreas Dressel, Finanzbehörde

Vor dem Rathaus: Andreas Dressel, Isabella Niklas, Jens Kerstan, Michael Beckereit, Christian Heine vor Elektrofahrzeugen aus dem Fuhrpark der Wärme Hamburg