Wichtiger Beitrag zur Wärmezukunft der Stadt

Das Heizkraftwerk Wedel hat nach mehr als einem halben Jahrhundert ausgedient und wird bis spätestens 2025 durch einen flexiblen Erzeugungsverbund ersetzt. Eine innovative Gas- und Dampfturbinenanlage (GuD) an der Dradenau und das Einbinden zahlreicher Wärmequellen vor allem im Süden Hamburgs sorgen dabei für eine CO2-arme Fernwärmeerzeugung.

Es ist nicht weniger als eine Zeitenwende, die sich in Hamburgs Wärmeversorgung vollzieht: Innerhalb der nächsten zehn Jahre wird der Fernwärmeanteil aus Kohle von heute 64 auf 0 Prozent sinken. Möglich wird der Kohleausstieg durch eine neue Erzeugungsstrategie, die auf ein modulares System setzt – mit vielen verschiedenen Wärmeerzeugern und einem hohen Anteil Erneuerbarer Energien. Das sind gute Nachrichten für das Klima, die Zukunftsfähigkeit und die Versorgungssicherheit der Stadt. Eine tragende Säule dieser Strategie ist das Ersatzkonzept für das Kraftwerk Wedel.


Hamburgs Wärmequellen intelligent verbunden

Effizienz ist ein zentrales Stichwort im neuen Erzeugungskonzept: Neben dem Bau modernster Anlagen führt es bereits vorhandene Wärmequellen im Stadtgebiet zusammen und stellt die Weichen, um weitere Potenziale zu nutzen. Der Brennstoffmix in diesem Verbund erzeugt die Fernwärme deutlich umweltschonender im Vergleich zum kohlebefeuerten Kraftwerk Wedel: Der Anteil an klimaneutraler Wärme liegt damit bei über 55 Prozent. Jedes Jahr werden so rund 360.000 Tonnen CO2 eingespart.

Die wesentlichen Bestandteile des Ersatzkonzepts Wedel im Überblick:


„Energiepark Hafen“: GuD-Anlage an der Dradenau

  • An der Dradenau im Hafengebiet von Hamburg-Waltershof entsteht eine hocheffiziente GuD-Anlage, die eine sehr hohe Brennstoffausnutzung erreichen wird – u.a. durch den Einsatz von Brennwerttechnik in Verbindung mit Wärmepumpentechnologie.
  • Ein besonderer Pluspunkt der Anlage besteht in der Möglichkeit, externe Wärmequellen einzubinden. In einem so genannten Speicherkreislauf wird die klimaneutrale Abwärme aus diesen Quellen zusammengeführt, auf das erforderliche Temperaturniveau gebracht und in das Fernwärmesystem eingespeist.
  • Dank eines Speichers ist die Wärme bedarfsgerecht nutzbar: Darin lässt sich Wärme für durchschnittlich 18.000 Wohneinheiten eine Woche lang speichern.
  • Die GuD-Anlage ist auf die Verwertung eines hohen Anteils an synthetischem Gas ausgelegt. Perspektivisch kann sie vollständig auf Syn-Gas umgestellt werden und somit komplett auf Basis klimaneutraler Brennstoffe arbeiten.
  • In der integrierten Power-to-Heat-Anlage lassen sich Überschüsse regenerativ erzeugten Stroms in Wärme umwandeln – ein Beitrag zur Sektorenkopplung.


Starker Verbund: Zusammenschluss diverser Wärmequellen

  • Im nördlichen Stadtgebiet werden das neue Zentrum für Ressourcen und Energie (ZRE) und das Heizwerk Haferweg als reine Spitzenlastanlage in das Fernwärmesystem eingebunden.
  • Rund um den neuen „Energiepark Hafen“ können im Hamburger Süden zahlreiche Abwärmequellen angeschlossen werden: Neben der MVR Rugenberger Damm und der Abwasserwärmepumpe des Klärwerks Dradenau sind dies diverse energieintensive Industriebetriebe wie Stahl- und Aluminiumwerke. Weitere bisher nicht ausgeschöpfte Potenziale lassen sich künftig flexibel integrieren.
  • Das bedeutet auch eine Entlastung der Elbe: Die Prozesswärme aus der Industrie wird in diesem Konzept für die Beheizung vieler Hamburger Haushalte verwertet statt ungenutzt abgeleitet zu werden.



Südleitung mit Elbquerung: Fernwärmeleitung bis Bahrenfeld

  • Ersetzt wird ein Kraftwerk im Westen der Stadt, zugleich liegen die größten Wärmepotenziale im Süden – eine Südleitung mit Elbquerung ist somit für den Wärmetransport die wirtschaftlich sinnvollste Lösung.
  • Die neue Fernwärme-Systemanbindung-West wird vom Hafen durch einen Tunnel unter der Elbe geführt und verläuft über Othmarschen und Flottbek bis nach Bahrenfeld. Dort erfolgt der Anschluss an den Weststrang des Fernwärmesystems.
 


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